Inspiration des Tages vom 31.10.2018

WORTE DER WEISEN –  20. Gnade Gottes

11. Humor und Anweisungen:

Einmal kam ein bärtiger junger Mann mit wallendem Haar in den Ashram, um Yogastellungen im Satsang vorzuführen. Man sagte, er kenne Hunderte von Stellungen, er zeigte an diesem Abend jedoch nur einige ausgewählte. Die Stellungen waren perfekt, aber am Ende jeder Stellung schaute der junge Mann immer wieder auf ein Blatt Papier, um sicherzustellen, dass er die Stellungen in der richtigen Reihenfolge vorführte. Der Meister lobte den Mann hier und da während seiner Vorführung und erläuterte kurz den therapeutischen Nutzen verschiedener Stellungen.

Als der Mann dann immer häufiger auf das Blatt schielte, schlug ihm der Meister vor: „Wenn du nach Amerika gehst, mache alles ohne Papier, aus dem Kopf.“

Jedes Mal, wenn sein langes Haar ihm in die Stirn und ins Gesicht fiel, strich der angehende Yogi die lockigen Strähnen wieder nach hinten.

„Morgen, als Erstes“, sagte der Meister mit einem Lächeln zu einem der Ashram Swamis, „nimmst du unseren Asana-Professor mit zu Murari.“ (Murari war der Ashram-Frisör.)

Auch die Unterwäsche des Yogi schien etwas zu groß zu sein, er musste sie oft hoch ziehen, damit sie richtig saß. Der Meister hatte auch das bemerkt und ordnete weiterhin an: „Lasst den Schneider eine schöne, gut sitzende…ihr wisst schon was…anfertigen!“

Inspiration des Tages vom 30.10.2018

WORTE DER WEISEN –  20. Gnade Gottes

10. Rezept für gutes Sehvermögen:

Einmal konsultierte ein Ashrambewohner einen Augenarzt, der den Ashram besuchte. Der Meister unterbrach die laufende Untersuchung mit einer Reihe von Fragen an den Patienten.

„Übst du Surya Namaskar (Sonnengruß; eine Yogaübung)?“
„Nein.“

„Wiederholst du die 12 Namen von Surya (Wesenheit der Sonne) zusammen mit dem Dhyana Mantra (Mantra für die Meditation)?
„Nein.“

„Betest du morgens und blickst regelmäßig in die Morgensonne?“
„Nein.“

„Hältst du am Sonntag eine salzfreie Diät ein?“
„Nein.“

„Übst du regelmäßig Shirshasana (Kopfstand), Sarvangasana (Schulterstand) und Tratak (Meditation durch Schauen auf eine Kerzenflamme)?“
„Nein.“

„Rezitierst du die Aditya Hridaya (Hymne)?“

Jedes Mal als der Ashrambewohner mit „Nein“ antworten musste, fühlte er große Scham in seinem Herzen. Aber das Schlimmste sollte erst noch kommen.

„Wie kannst du dann erwarten, eine vollkommene Sehkraft zu besitzen?“, fragte der Meister. Was nun folgte, enthüllte des Meisters beharrliche spirituelle Praxis und seine Verehrung der Gottheiten wie des Sonnengottes Surya.

„Schau, seit langer Zeit übe ich regelmäßig den Sonnengruß, wiederhole die 12 Namen Suryas und das Dhyana Mantra. Ich meditiere auf die aufgehende Sonne, verzichte sonntags auf Salz und übe regelmäßig Asanas (Yogaübungen) und Pranayama (Atemübungen).

So habe ich durch die Gnade Suryas ein gutes Sehvermögen. Mit guten Augen kann man mehr für die Menschheit tun. Das Auge ist das wichtigste Organ. Ohne Augenlicht bist du so gut wie tot. Anstatt anderen dienen zu können, brauchst du dann Dutzende von Menschen, die dir dienen!“

Inspiration des Tages vom 29.10.2018

WORTE DER WEISEN –  20. Gnade Gottes

9. Samadhi:

Anasuya, eine Schülerin des Meisters, wurde von einem ernsten Zweifel geplagt.

„Swamiji“, wagte sie zu fragen, „ist es möglich, in 40 Tagen Samadhi (überbewusster Zustand) zu erreichen und nach 15 Minuten Meditation bereits spirituelle Erfahrungen zu machen?“ Ihr nachdenklicher Blick verriet, dass sie ernste Zweifel hatte. Mit angehaltenem Atem erwartete sie die Antwort des Meisters.

„Selbst nach 40, ja selbst nach 400 Wiedergeburten kann Samadhi nicht erreicht werden!“ Der Meister warf Anasuya einen mitfühlenden Blick zu. Nach einer kurzen Pause sprach er weiter: „Die Menschen sehen einige Lichter und schon denken sie, es sei Samadhi.

Schließlich beseitigte er die falschen Hoffnungen seiner Schülerin und vieler der im Satsang Anwesenden, indem er seine erste Angabe wiederholte.

„Samadhi“, bekräftigte er mit ernster Miene, „kann nach 40 Wiedergeburten erreicht werden.“

Inspiration des Tages vom 28.10.2018

WORTE DER WEISEN –  20. Gnade Gottes

8. Lies zuerst unsere Schriften:

Im November 1956 wandte sich ein Besucher mit folgenden Worten an den Meister: „Swamiji, manchmal ist mein Vertrauen in spirituelle Dinge noch sehr schwach. Ich habe Bücher über östliche und westliche Religion und Philosophie gelesen, aber mein Vertrauen ist dabei sehr schwach und wechselhaft geblieben.“

Der Meister riet: „Solange du noch keine feste Grundlage in deiner eigenen Philosophie entwickelt hast, solltest du keine westlichen Bücher lesen. Sie verunsichern dich nur. Lies die Gita, die Upanishaden und die Brahma Sutras, damit du dich in unserer Gedankenwelt verwurzelst. Später dann kannst du Bücher von westlichen Philosophen lesen. Bis dahin praktiziere viel Japa (Mantrawiederholung). Es wird dir inneren Frieden geben.“

Inspiration des Tages vom 27.10.2018

WORTE DER WEISEN –  20. Gnade Gottes

6. Verehre alle Propheten:

„Gehst du immer zum Gottesdienst?“, fragte der Meister einmal ein Hindumädchen namens Vijayalakshmi, welches in einem christlichen Konvent erzogen worden war. Das Mädchen schüttelte den Kopf, worauf der Meister die Gelegenheit nutzte, etwas Licht auf ihren spirituellen Pfad zu werfen.

„Glaube den Christen nicht, wenn sie sagen, dass ihr Pfad der einzige ist, der zur Erleuchtung führt und dass ihre Religion die einzig wahre ist. Es ist falsch, zu glauben, dass Christus der einzige Prophet war. Es gab viele solcher Propheten, die von Zeit zu Zeit erschienen. Wir Inder glauben, dass Buddha, Krishna, Rama, Christus, Mohammed und noch viele andere alle bedeutende Boten Gottes waren.

Sie vervollkommneten sich durch Buße und strenge Einfachheit. Sie waren alle selbstverwirklichte Seelen. Wir verehren Jesus genauso wie Krishna. Die christliche Lehre: ‚Gesegnet sind, die reinen Herzens sind; sie werden das Reich Gottes schauen’ ist für uns auch von höchster Bedeutung.

Gehe also zur Kirche, folge den Lehren und sieh Christus als einen Avatar an. Aber halte nicht an der Vorstellung fest, dass er der einzige Prophet war. Die Wahrheit kann nicht das alleinige Eigentum einer einzigen Person sein, wie großartig sie auch sein mag. Wir sollten uns vor blindem Eifer und Engstirnigkeit hüten.“