Inspiration des Tages vom 16.01.2019

WORTE DER WEISEN –  22. Dunkelheit der Ignoranz

12. Wahre Gottesverehrung:

Am Abend des 25. November 1949 bereitete R. Anantakrishna Sastri, ein bekannter Gelehrter, an der Ufertreppe des Ashram eine Zeremonie zur Verehrung des Ganges vor. Die Ufertreppe wurde ausgiebig geputzt und die Ashrambewohner und Besucher setzten sich bequem auf die sauberen Stufen. Auch der Meister war dabei. Sastriji und seine Frau begannen mit dem Ritual.

Der Meister schaute aufmerksam zu und sagte dann: „Ein Jahr lang täglich den Ganges so zu verehren wie jetzt hat die gleiche Wirkung wie eine Woche von ganzem Herzen einen Typhuspatienten zu pflegen – seine Wäsche zu waschen und seinen Nachttopf zu putzen.

Solcher Dienst reinigt das Herz auf der Stelle und führt zu innerer Erleuchtung.

Nach einem Moment des Nachdenkens fügte er hinzu: „Auch Krankenschwestern pflegen im Krankenhaus ihre Patienten, aber sie gelangen nicht zu innerer Reinigung, weil sie dabei nicht die richtige Einstellung haben.“

Da bemerkte der Meister, dass einige der Ashrambewohner sich an der Zeremonie beteiligten und dem heiligen Fluss Bael Blätter (Blätter der Aegle marmelos Pflanze, die in der traditionellen indischen Medizin wie auch in religiösen Ritualen eine wichtige Rolle spielen) darbrachten.

„Jeder einzelne von euch bringt dem Ganges lediglich seine eigenen Bael Blätter als Opfer dar. Wie großartig wäre es, wenn man fühlen würde, dass man die ganze Verehrung durch alle Hände darbringt! Wie viel wirkungsvoller wäre diese Verehrung dann!“, bemerkter er.

Inspiration des Tages vom 15.01.2019

WORTE DER WEISEN –  22. Dunkelheit der Ignoranz

 11. Mitleid mit Rattenbabys:

Im Jahre 1949 fand der Ashrambewohner, der sich um den Meister kümmerte, in einer Kommode ein von Ratten zernagtes Betttuch und darin vier neugeborene Rattenbabys. Sie hatten die Augen gerade erst ein wenig geöffnet. Er brachte sie zum Meister. Als dieser die Rattenbabys sah, wurde sein Herz von Mitleid ergriffen und es tat ihm sehr leid, dass sie gestört worden waren. Er bat den Bediensteten, sie sofort genau so wie er sie vorgefunden hatte, zurückzulegen, damit die Mutter sie nicht suchen müsse, wenn sie zurückkäme. Und so geschah es.

Nach ein oder zwei Tagen jedoch wurde die Mutter von einer Katze getötet. Bald darauf starben die Jungen ebenfalls. Als der Meister die toten Ratten sah, wurde er traurig und sang eine ganze Weile das Maha Mantra für den Frieden der entschwundenen Seelen, zusammen mit seinem Gehilfen.

Inspiration des Tages vom 14.01.2019

WORTE DER WEISEN –  22. Dunkelheit der Ignoranz

 10. Gott in einem Stier:

Es war der 4. Oktober 1948. „Was für ein schönes Häuschen! Dient es zu Meditationszwecken, Swamiji?“, fragte ein Besucher, als er in Richtung der Wohnräume des Meisters blickte, hinter denen am Flussufer eine kleine Hütte stand.

„Nein. Es ist kein Häuschen, wie du dir das vorstellst“, antwortete der Meister und führte den Besucher dorthin. Was aber entdeckte dieser im Innern der Hütte? Einen alten, ausgemergelten Stier, der im Sterben lag.

„Mein Gott!“, rief der Besucher aus. „Du sagst es“, erwiderte der Meister. „Es ist dein Gott. Kannst du Gott in diesem Stier erkennen?“

Zwei Mitarbeiter des Ashrams kümmerten sich um den Stier. Am selben Abend noch starb das Tier trotz aller Pflege und wurde auf Anordnung des Meisters der Mutter Ganges übergeben, wobei das Maha Mantra gesungen wurde.

Inspiration des Tages vom 13.01.2019

WORTE DER WEISEN –  22. Dunkelheit der Ignoranz

9. Samskaras auflösen:

Während des abendlichen Kirtan Singens sah der Meister einen Teilnehmer, der mit dem unteren Ende seiner Taschenlampe plötzlich einen Skorpion zerquetschte. Nach dem Kirtan fragte er den Besucher, warum er das Tier getötet hätte.

„Es sticht Menschen“, antwortete der Besucher.
Der Meister erwiderte: „Kannst du, indem du einen Skorpion tötest, die Menschen vor ihren Stichen retten, wo es doch Millionen von Skorpionen in diesem Land gibt? Es hat wahrscheinlich nur einige Sekunden gedauert, das Tier zu töten. Aber kannst du ihm sein Leben zurückgeben?

Wenn du nicht die Macht hast, den Toten das Leben zurückzugeben, wie kannst du dann den Lebenden das Leben nehmen? Du bist der schlimmste Skorpion. Der Skorpion hat nur in seinem Schwanz Gift, du aber hast Gift in deinem ganzen Körper. Du bist erfüllt von Hass und anderem Übel. Du solltest in diesem Moment zerquetscht werden.“

Der Besucher war bestürzt und versprach dem Meister, nie wieder ein Tier zu töten.

Inspiration des Tages vom 12.01.2019

WORTE DER WEISEN –  22. Dunkelheit der Ignoranz

8. Achtung vor dem Leben:

Als der Meister eines Tages von seinem Büro in sein Zimmer zurückkam, sah er eine Menge großer schwarzer Ameisen über den Weg krabbeln. Er versuchte, weiterzugehen, ohne sie zu verletzen. Es war unmöglich. Also kehrte er um und machte einen Umweg, um zu seinem Zimmer zu gelangen.