Inspiration des Tages vom 4.12.2020

Der Gast ist Gott

Teil 1

Ein älterer Besucher ging mit bedächtigen Schritten und einem ruhigen Gang langsam die Straße entlang, während Sri D. Blechbehälter mit Wasser den Berg hinauf trug.

Der Meister bat ihn: „Ohji, bringe bitte auch etwas Wasser in das Zimmer jenes Maharaj. Sei so freundlich und vergiss es nicht.“

Dann sagte er, indem er sich an die Schüler wandte, die ihn begleiteten: „Diesem betagten Besucher hätte man ein Zimmer irgendwo am Fuße des Hügels geben sollen. Oder wenn dies nicht möglich war, hätte man ihm wenigstens oben alle Annehmlichkeiten zur Verfügung stellen sollen, so dass er während des Tages nicht den Hügel hinauf und hinab steigen muss. Jemand sollte ihn täglich in seinem Zimmer aufsuchen und nach seinen Wünschen fragen. Jetzt muss ich mich selbst darum kümmern und in Erfahrung bringen, ob er Licht, einen Eimer, ein Trinkgefäß usw. hat. Wenn zum Beispiel jemand wie Dr. Sundari kommt, sollten wir ihm Essen aufs Zimmer schicken. Man muss sich mit viel Respekt und Achtung um den Gast kümmern. Wir sollten den Gast wie Gott selbst behandeln. Nur dann wird es Gott gefallen.

Gotteserkenntnis bedeutet nicht, dass wir alle anderen Menschen vernachlässigen und uns in ein Zimmer einschließen. Je mehr wir anderen mit Liebe dienen, umso leichter werden wir Gott erkennen können.“

Inspiration des Tages vom 3.12.2020

Das Kultivieren von Anpassungsfähigkeit

Sri S. traf den Meister, als dieser vom Büro zurück zu seiner Hütte ging und beklagte sich über das Verhalten seines Zimmergenossen. Dieser räume ständig seine Bücher und seine Sachen um und bringe seine Kleidung durcheinander.

„Ohji, du liest jeden Tag in den Brahma Sutras und anderen vedantischen Schriften. Wenn du gleichzeitig auch noch ein Herz voll Liebe entwickeln kannst, wird er dir aus Freundlichkeit behilflich sein. Du musst ihn durch Liebe gewinnen. Dann wird er deine Kleidung sogar selber waschen, alles schön zusammenlegen und in deinem Schrank verstauen. Um das Herz eines anderen zu erobern, solltest du viele Tugenden wie Anpassungsfähigkeit, Demut, Nächstenliebe und Selbstbeherrschung entwickeln. Gleichzeitig musst du dein Ego besiegen. Das ist die Frucht des Studiums der Vedanta.

Für diese Kleinigkeiten solltet ihr aber zwischen euch beiden eine Lösung finden. Stell dir nur einmal vor, wieviel meiner Zeit durch das Schlichten von solchen geringfügigen Streitereien vergeudet wird. Macht diese Dinge freundschaftlich zwischen euch aus. Lasst Liebe und Frieden erstrahlen. Beendet alle Missverständnisse.“

Inspiration des Tages vom 2.12.2020

Beurteilen des spirituellen Wachstums

Teil 2

„Spirituelles Wachstum misst man nicht an Siddhis (übernatürlichen Kräften) und anderen Fähigkeiten, sondern nur an der Tiefe deiner Wonne in der Meditation. Wenn dein Interesse am Sadhana jeden Tag stärker wird, zeigt dies, dass du Fortschritte machst. Wenn du eine Wonne verspürst, die den sinnlichen Genüssen weit überlegen ist, machst du Fortschritte. Wenn deine Unterscheidungskraft jeden Tag zunimmt, zeigt dies, dass du Fortschritte machst. Wenn du mehr und mehr spürst, wie der Göttliche Wille durch dich wirkt, machst du ohne Zweifel Fortschritte.“

Inspiration des Tages vom 1.12.2020

Beurteilen des spirituellen Wachstums

Teil 1

„Swamiji, bitte erkläre mir, woran man erkennen kann, ob man auf dem spirituellen Weg vorwärts kommt. Was sind die Zeichen von spirituellem Wachstum?“

Der Meister antwortete: „Frieden, Fröhlichkeit, Zufriedenheit, Leidenschaftslosigkeit, Furchtlosigkeit, Mut, eine gelassene Geisteshaltung ganz gleich unter welchen Bedingungen – dies sind die Anzeichen von spirituellem Fortschritt.“

Inspiration des Tages vom 30.11.2020

Rat für einen Suchenden

Teil 10

„Bist Du verheiratet?“

„Nein, Swamiji, ich bin noch ledig. Mir wurde gesagt, dass ich heiraten und das Leben eines Familienvaters führen und trotzdem intensiv Sadhana zur Erkenntnis Gottes praktizieren könne.“

„Das ist ein Traum und eine Einbildung. Heirate nicht. Diejenigen, die dir heute raten, zu heiraten und dann weiterhin Sadhana zu praktizieren, werden dir später nicht zur Seite stehen und helfen, wenn dich endlose Sorgen und Nöte quälen, wenn du über dein hoffnungsloses Schicksal klagst und wenn du erkennst, dass das Familienleben für die Praxis von echtem, aufrichtigem und ernsthaftem Sadhana nicht geeignet ist. Sei gewarnt! Wenn Du im Sadhana schnelle Fortschritte machen willst, darfst du nicht heiraten. Gehe in einen Ashram. Sei selbstlos. Diene dem Guru. Praktiziere Bhakti und erwirb Wissen über das Selbst. Komm mit in mein Büro, ich werde Dir einige Bücher geben“, sagte der Meister.