Inspiration des Tages vom 26.09.2018

WORTE DER WEISEN – 19. Weg der Liebe

4. Der Meister über sich selbst: Teil 3

„Seht ihr, ich kann nichts für mich selbst behalten, nicht einmal für einen Moment. Alles, was ich neu lerne, teile ich sofort der Menschheit mit. Ich muss immer für andere da sein, auch wenn es um Kleinigkeiten geht.

So bin ich immer unterwegs, ich kann mich nicht auf meinen Lorbeeren ausruhen. Da dies meine Devise ist – in jedem Moment meines irdischen Lebens etwas für das Wohl aller zu tun – wie kann ich es dann verantworten, den Zustand meines Körpers durch irgendwelche überholte Übungen der Askese und Kasteiung zu gefährden?

Man kann nur in Form bleiben, wenn man alle Extreme meidet und sich von allen Formen der Bequemlichkeit und des Luxus fernhält.“

Inspiration des Tages vom 23.09.2018

WORTE DER WEISEN – 19. Weg der Liebe

4. Der Meister über sich selbst: Teil 2

Im nächsten Moment deutete der Meister mit einem Schmunzeln auf seinen riesigen Mantel, der seinen beträchtlichen Bauchumfang verhüllte und sagte:

„Bestimmt sehe ich in diesem Aufzug wie ein modischer Geck aus, aber es ist mir egal, was die Leute über mich sagen. All diese Dinge sind notwendig, um den Körper gesund und leistungsfähig zu halten, damit weiter gute Arbeit damit geleistet werden kann.

Was immer du hast, musst du der Welt geben, sonst ist dein Leben es nicht wert, Leben genannt zu werden.

Dazu musst du aber deine physischen und mentalen Fähigkeiten intakt halten. Würde ich in meinem Alter meinen Rücken kalter Zugluft aussetzen, so würde dies nur einen Hexenschuss heraufbeschwören. Wozu ist man sich selbst und der Welt schon nütze, wenn man sich mit Rückenschmerzen herumplagen muss? Der Einzige, der etwas davon hätte, wäre der Arzneimittelhersteller!“

Inspiration des Tages vom 24.09.2018

WORTE DER WEISEN – 19. Weg der Liebe

4.  Der Meister über sich selbst – Teil 1

Einmal erzählte der Meister von seiner täglichen Routine und seinen Übungen:

„Obwohl die Askese meine Konstitution stark geschwächt hat und einige heftige Gegenreaktionen hervorgerufen hat, habe ich meinem Körper nie erlaubt, unter den Belastungen zusammenzubrechen. Das verdanke ich meinen Übungen, die mich darin unterstützt haben. Ich übe auch heute noch regelmäßig ohne einen Tag Pause und erlaube es den Abwehrreaktionen nicht, mich zu überwältigen.

Obwohl sich manchmal alles um mich dreht, wenn ich aufstehe, schaffe ich es doch: ich laufe den Hügel hinauf, mache Shirshasana (Kopfstand) und laufe dann wieder zur Arbeit. Sobald ich aufstehe, um etwas Bestimmtes zu tun, fühle ich einen Energiestoß in mir. Gott allein weiß, woher es kommt. Dann stelle ich mich den Dingen spontan und voller Kraft.

Ich halte eine donnernde Rede und höre erst auf, wenn ich erschöpft bin. Man kann mich nicht mittendrin stoppen. Ich weiß manchmal selbst nicht, wie ich das schaffe. Obwohl ich manchmal sogar zu schwach bin, um aufzustehen – in dem Moment, wo ich aufstehe, strömt die volle Kraft in mich hinein.

Gott allein weiß, warum und woher die Kraft fließt. Es ist nicht meine Energie. Ich spüre, dass ich nur ein Instrument bin. Aber eins weiß ich: mein regelmäßiges systematisches Üben ist es, was das Instrument, den Körper, fit hält, um ein solcher Kanal zu sein, der plötzlich Energie empfängt.“

Inspiration des Tages vom 23.09.2018

WORTE DER WEISEN – 19. Weg der Liebe

3. Immer bereit zu lernen:

Bezüglich seiner frühen Jahre als Medizinstudent sagte der Meister einmal: „Ich weiß wirklich nicht, was es bedeutet, eine Arbeit nur halb zu tun. Ich habe immer alles vollständig und prompt erledigt. Mich in letzter Minute auf eine Prüfung vorzubereiten, wie es für euch heute so normal ist, war mir fremd. Ich war immer bereit, in allen Fächern jederzeit eine Prüfung schreiben zu können, auch ohne Vorankündigung.

Ich fühle mich jetzt immer noch wie ein Student, der in eine Prüfung gehen könnte. Diese ständige Wachsamkeit und dieses Bereitsein ist mir zur zweiten Natur geworden. Ich kenne keine Ruhe. Ich bin immer aufmerksam und ausgefüllt.

Ihr solltet alle so ans Leben heran gehen: wie ein ewiger Schüler. Seid jeden Tag, jede Stunde auf Ausschau nach etwas Neuem, das ihr lernen könnt. Seid wie ich – ein intellektueller Pfadfinder. Von jedem kann man etwas lernen. Alles im Universum kann eine Lektion sein für den, der bereit ist, sie anzunehmen. Geht an diesen Lektionen nicht achtlos vorbei. Zieht aus allen großen Beispielen in der Welt eine Lehre und eine Inspiration.“

„ So kommt vielleicht im richtigen Moment ein Wort der Ermahnung aus unserem Unterbewusstsein hoch, das uns an einem wichtigen Punkt unseres Lebens vor Schaden bewahrt oder unser Leben in neue Bahnen lenkt. Zieht aus allem etwas heraus und bewahrt es in eurem Geist. Unaufmerksamkeit gegenüber kleinen Details ist kein Ausdruck von Gleichmut, sondern eine tamasige Nachlässigkeit.“

 „Klebst du gerade eine Briefmarke auf einen Umschlag oder spitzt du gerade einen Bleistift an? Egal, was es ist, tue es mit der gleichen Sorgfalt, mit der gleichen Präzision, mit der ein Juwelier einen Diamanten in den Ring des Königs einsetzen würde. Oder so wie ein Chirurg eine komplizierte Augenoperation durchführen würde. Erledige alle deine täglichen Verrichtungen – essen, Zähne putzen, lesen, schreiben, ja sogar Schuhe putzen – mit deiner ganzen Aufmerksamkeit, mit deinem ganzen Herzen. So wird sich deine Konzentrationsfähigkeit am besten entwickeln.

Inspiration des Tages vom 22.09.2018

WORTE DER WEISEN – 19. Weg der Liebe

2. Abneigung gegen Müßiggang:

Der Meister sprach gerade mit einigen Besuchern auf der breiten Veranda, die die Bhajan-Halle umgab. Da bemerkte er einen Aspiranten, der ganz verträumt auf dem Weg zu seiner Arbeit war, als sei er gar nicht wirklich da. Er schlenderte erhaben den Pfad entlang. Das sprang dem Meister sofort ins Auge.

„Komm hierher junger Mann“, rief er. „Was ist eigentlich mit dir los? Bekommst du nicht genug zu essen? War in der Küche nichts mehr übrig? Oder hast du nicht genug Zeit zum Essen? Dein Haar ist noch nicht grau, warum benimmst du dich dann, als wärst du halb verhungert? Wo ist deine Energie, deine Jugend? Warum kannst du nicht lebhaft gehen und springen? Zeig mir, wie du rennst! Renn mal eine Runde um die Halle, los!“

Mit einem Kopfschütteln wandte er sich zu einem der Ashrambewohner und sprach: „Hör mal zu! Ich möchte, dass X in ein Trainingslager beim Militär geschickt wird. Nur ein ordentlicher Drill wird diesem entrückten Eremiten etwas Pep geben. Ich glaube, der Mensch wird schon faul geboren. Es scheint, als sei ein Leben der Entsagung gleichbedeutend mit körperlicher Trägheit und Tatenlosigkeit. Gott allein weiß, wo die Leute solche Ideen her nehmen! Man kann viel lernen von den tüchtigen jungen Männern in der Stadt und den Medizinstudenten. Wie agil, leistungsfähig und voller Enthusiasmus so ein junger Arztanwärter ist! Wie flink er doch bei seiner täglichen Arbeit von Gebäude zu Gebäude, von Station zu Station und durch die Korridore des Krankenhauses eilen muss! Warum können wir nicht diesem Beispiel folgen?

„Ein Entsagter sollte der Tatkräftigste unter allen Arbeitern sein, denn er hat den Vorteil, dass er vollkommen frei ist von allen lästigen und ablenkenden Dingen, denen ein Mensch im weltlichen Leben ständig ausgesetzt ist.“

Zu dem besagten jungen Mann gewandt sprach der Meister: „Von morgen an sei voller Energie! Lass mich dich laufen und nicht spazieren sehen! Lass mich dich überall gleichzeitig sehen! Trägheit führt nicht zu Heiligkeit. Sonst müsste jeder Stuhl, jeder Tisch, jedes Kissen und jede Wand heilig gesprochen werden. Rüttle dich selbst wach, junger Mann, und werde ein nützlicher Arbeiter!“

Mit einem hastigen „Ja, Swamiji, das werde ich, das werde ich“ entschwand der verwirrte junge Mann.
Im nächsten Moment wandte sich der Meister an seine Besucher und fragte naiv: „Was sagen Sie denn dazu? Habe ich recht damit oder langweile ich die Menschen nur mit meinen Litaneien? Finden Sie nicht auch, dass jeder aktiv und energetisch sein sollte?“