Lebensmission als Autobiographie von Swami Sivananda

Als die Schüler das gelesen haben, haben sie festgestellt, die Hälfte des Buches sind Anweisungen an seine Schüler. Also dieses Buch, „Autobiographie von Swami Sivananda“. Und dann haben nachher die Schüler gesagt, „da müssen wir noch mehr Autobiographisches reinbringen“ und dann haben sie noch ein paar kleine Artikel von Swami Sivananda auch noch hineingeschrieben, die er als kurze Artikel geschrieben hat oder Mitschnitte von Antworten auf Fragen, wie auch von Gedichten, die er hatte. Und eines meiner Lieblingskapitel in diesem Buch ist so eines, was nachträglich noch reingesetzt wurde: „Wie Gott in mein Leben kam.“ Und diesen Artikel hat Swami Sivananda so nicht geschrieben, sondern es gab einen Schüler, der ihn gefragt hatte. Und dann aus dem, was Swami Sivananda geantwortet hatte, daraus ist dann dieser Artikel entstanden. Also, ein Schüler hat ihn gefragt: „Meister, wie ist Gott in dein Leben gekommen?“ Und die Essenz dieses Artikels ist letztlich: „Gott ist in mein Leben gekommen. Gott hat mir die entscheidenden Impulse gegeben. Nicht ich habe letztlich alles getan, um zu dieser Verwirklichung zu kommen, sondern letztlich, Gott hat alles getan.“ Und Swami Sivananda hat immer die spirituelle Entwicklung als einen Segen angesehen. Er sagte, wir können selbst etwas tun, und dann gilt es, offen zu sein, dass Gott in uns wirkt. Und Gott wirkt in jedem Menschen auf eine unterschiedliche Weise. Und ich will so die ersten Sätze daraus lesen und vielleicht die nächsten Tage, bis zu Swami Sivanandas Geburtstag, in den Satsangs, wo ich Kurzvorträge gebe, die anderen Abschnitt kurz lesen.

Also, Swami Sivananda antwortet auf die Frage, „wie ist Gott in dein Leben gekommen?“

- Fortsetzung folgt -

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Wie Gott in mein Leben gekommen ist

 Teil 3

Wenn wir uns mit großen Yogameistern, den Mystikern und den Heiligen der verschiedenen Traditionen beschäftigen, müssen wir uns immer bewusst machen, das, was wirklich einen Heiligen, was wirklichen einen Weisen, einen Meister, eine Meisterin ausmacht, ist nicht in Worten zu beschreiben. Zwar hat Jesus gesagt, „an ihren Früchten könnt ihr sie erkennen“ und so hat Nalini so einige dieser Früchte gezeigt, die in Swami Sivanandas Leben sich entwickelt haben. Sein Großzügigkeit, sein Verständnis, seine Toleranz, auch sein Einfühlungsvermögen. Natürlich auch, dass er seine Schüler gefordert hat, herausgefordert hat, und so zum Wachsen gebracht hat. Aber es ist immer schwierig, zu verstehen, was macht überhaupt einen Meister aus. Man sagt auf Englisch: „It‘s takes one to know one. Man muss jemand sein, um einen zu verstehen.“ Also, wenn wir Swami Sivananda oder andere große Weise verstehen wollen, müssen wir selbst einer werden. Gut, dann ist die Frage: Wie können wir so einer werden? Und was mich immer fasziniert hat bei den vielen Biographien, die ich gelesen habe, ist immer, wie sind die Menschen eigentlich von einem Menschen in einem normalen Bewusstsein, gekommen, in einen Heiligen, jemand, der aus dem Überbewusstsein heraus wirkt? Und da fand ich eben auch das Faszinierende an Swami Sivananda, dass er eben nicht als Vollkommener auf die Welt gekommen ist und dass er nicht als 20-Jähriger schon ein großer Yogameister war, sondern er hatte schon einiges von Kindheit an, wie Nalini uns ja gerade erzählt hatte, und vieles hat sich manifestiert als Jugendlicher, aber Swami Sivananda hat sich sehr wohl entwickelt in verschiedenen Schritten. Und seine Schüler haben ihn gebeten, eine Autobiographie zu schreiben. Zu dieser Zeit gab es einen anderen großen Yogameister, auch einer derjenigen, die die Renaissance des Yoga im 20. Jahrhunderts eingeleitet hatten, der hat eine Autobiographie geschrieben. Wer war das? Paramahamsa Yogananda, Zeitgenosse von Swami Sivananda. Und dort baten die Schüler ihn, eine Autobiographie zu schreiben. Swami Sivananda wollte zunächst nicht, er sagte, „nicht ich bin wichtig, sondern ihr seid wichtig“ und so haben sie ihn wieder gebeten. Aber Swami Sivananda war auch jemand, der den Wünschen anderer versucht hat, gerecht zu werden, sofern sie vereinbar waren natürlich mit ethischen Prinzipien. So schrieb er dann eine Autobiographie.

- Fortsetzung folgt -

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Du bist mit Wonne Gottes gefüllt, gehe und verteile sie an alle

Von diesem Moment wurde das zur Lebensmission. Er strahlte von der Freude Gottes, dem Segen, der Wonne Gottes und er konnte es nicht in sich behalten, es musste verteilt werden. Und er fing dann an, Touren durch das Land zu machen, in verschiedene Landesteile zu gehen. Und er fing dann an, Kirtankonferenzen zu organisieren. Und was hat er dort gemacht? Keine Vorträge, sondern das Singen des Namen Gottes, Bhajan, Kirtans. Und er fiel dann auch in Ekstase, fing an zu tanzen. Und die Macht seiner tanzenden Freude war dann so durchdringend, dass auch das Publikum aufstand und tanzte. Das war sattviger Tanz und was wir dann bei den Poptänzen sehen, ist die rajasige Form. Das ist auch Tanz, aber dieser sattvige Tanz veredelt dich, er inspiriert dich, er belebt dich, reinigt dich. Und der andere Tanz gibt dir vorübergehend ein Jubelgefühl und dann brichst du zusammen. Die Vibration, die Schwingung der Musik, des Tanzes, hat eine große Wirkung auf den Körper und den Geist. Ich erkläre das ja immer wieder, Mantras sind die verdichtete Form der kosmischen Energie, der Energie Gottes. Wenn wir den Namen Gottes chanten, besonders vom Grunde unseres Herzens, dann wird diese Energie befreit und füllt uns. Und nur diese sattvige Energie hat dann die Kraft, unsere rajasigen und tamasigen Energien in uns zu entfernen. Swami Sivananda ist also losgegangen und hat diese Kirtankonferenzen ausgeführt. Und als er dann nach Rishkesh zurückkam, da haben ihn drei, vier geeignete Seelen angesprochen und gesagt, dass sie gerne seine Schüler werden würden und ihm dienen würden. Und jedes Mal, wenn er dann auf Tour ging und zurückkam, dann gab es ein paar Schüler mehr. Aber er hat ihnen dann erklärt: „Ich habe keine Schüler. Ihr könnt irgendwie in meiner Nähe sein, aber ihr müsst euch um euer Essen kümmern und ich kann euch auch nicht führen auf dem Pfad.“ Er wollte nie ein Guru sein und wollte nie einen Ashram haben. Aber Gott hat für jeden andere Pläne.

- Fortsetzung folgt -

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Ashram an einem heiligen Platz

Sivananda hat dann die Hälfte des Tages damit verbracht, den kranken Mahatmas zu dienen. Und dass er da nach Rishikesh gekommen ist, das war ein großes Geschenk an sie, weil dort keine anderen medizinischen Möglichkeiten waren. Sivananda lebte zu dieser Zeit auf der anderen Seite der Ganga im Swarg Ashram. Nachdem er sich um die kranken Leute gekümmert hatte auf der Swarg-Ashram-Seite, kam er dann rüber auf die andere Seite, wo der heutige Sivananda Ashram ist. Warum kam er rüber auf diese Seite, um zu meditieren, es gab auf der anderen Seite auch genug Plätze? Denn dieser Platz ist auf der rechten Seite der Ganga und die Gegend da ist dann auch zwischen der Ganga und dem Yamuna und wird auch Deva Bhumi, das Land Gottes genannt. Es wird auch Uttar Kant genannt, ein Land, wo es eine besondere Energie gibt. Und von den alten Tagen an schon, da sind alle großen Meister zu diesem Ort gekommen, um zu meditieren. Und Sivananda kannte auch seine Mission, seine Aufgabe. Er wusste, dass ein Ashram dort gegründet werden müsste, an diesem heiligen Platz. Er kam also jeden Tag zu dieser Seite der Ganga und saß dann im Dschungel und hat meditiert. Eines Tages, als er meditierte, hatte er die Vision von Krishna. Das ist auch ein anderes Mysterium, er war ein Anhänger von Shiva, sein Name war Sivananda, aber als Gott ihm erschien, erschien er nicht als Shiva, sondern als Krishna. Das ist, um der Welt zu zeigen, dass Gott eins ist, dass er in jeder Form kommen kann und du ihn auch in jeder Form verehren kannst. Und Krishna erschien dann Sivananda und hat gesagt: „Sivananda, ich habe dich mit der Wonne Gottes gefüllt, gehe und verteile sie an alle!“

- Fortsetzung folgt -

Unbearbeitete Niederschrift eines  Satsang-Vortrags mit Sukadev Bretz.  nach Meditation und Mantra-Singen bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Swami Sivananda lebte in einem Ashram . Um Yoga besonders tief zu erfahren, kann es auch für dich hilfreich sein, eine Weile in einer Yoga Lebensgemeinschaft zu leben.  Weiterführende Links:

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Hari Bol – Instructional Song with Swami Sivananda

Swami Sivananda guides Kirtan Hari Bol, with Hindi instrucions. Narayan.

Historical Recording with the Master’s own voice.

Copyright The Divine Life Society

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Swami Sivananda übte Sadhana

Er übte Sadhana, aber als er nach Rishikesh kam, da hatte er erwartet, dass all die Sadhus dort sehr weit fortgeschritten wären, wenn nicht sogar selbstverwirklicht. Denn Rishikesh ist ein Ort, wo nur diese Sadhus leben. Sie geben alles auf, ihre Familie, ihren Beruf und widmen ihre ganze Zeit Gott. Und so dachte Sivananda dann, dass all diese Leute verwirklichte Seelen sein müssten oder wenigstens sehr weit fortgeschrittene. Aber nachdem er ihr Leben eine Zeit lang beobachtet hatte, war er sehr enttäuscht. Ja, es gab ein paar Leute, die sehr weit fortgeschritten waren, aber die große Mehrheit von ihnen, die verschwendete ihre Zeit mit unnützen Aktivitäten. Hauptsächlich wahrscheinlich, weil sie nicht die richtige Führung hatten. Einige von ihnen haben sich auf Hatha-Yoga-Praktiken spezialisiert, die haben dann Stunden und Stunden damit verbracht, Asanas und Pranayama zu üben. Andere, die haben ihre ganze Zeit damit verbracht, zu lesen, um dann begeisternde Vorträge halten zu können. Und die haben dann die vedantischen Anweisungen missverstanden, also, die Welt ist unwirklich, der Körper ist unwirklich und haben sich dann nicht um den Körper gekümmert und viele von ihnen, die irgendwie fehlgeleitet waren, keine richtigen Unterweisungen hatten, hatten dann auch Gesundheitsprobleme, und auch, weil sie nicht das richtige Essen dort bekamen. Und in diesen Almosenhäusern, wo sie dann Essen bekommen konnten, da haben sie immer das gleiche Essen gekriegt, vier Chapatis und so wässriges Dhal, das ganze Jahr über. Also, die meisten von ihnen hatten Gesundheitsprobleme.

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Ein Guru ist reines Bewusstsein als menschliche Form

So ist es auch mit dem Guru , er sieht aus wie ein Mensch, aber es ist reines Bewusstsein als menschliche Form gefestigt. Das ist der Schneemann, der Eismann und das ist der Bewusstseinsmann. Das universelle Bewusstsein verdichtet sich und erscheint in einer menschlichen Form. Und der Guru tritt dann in die Seele des Schülers bei der Einweihung ein. Und danach ist der Schüler kein Schüler mehr. Das Sadhana, was danach von ihm gemacht wird, wird nicht von ihm gemacht als Individuum, es ist der Guru selbst, der dann durch diese Person Sadhana übt. Dakshina Murti wird hier mit dem absoluten Brahman identifiziert, er ist der Schöpfer des Universums, Ishwara, er wird zum Guru, er tritt in den Schüler ein, sodass Ishwara, Guru und Schüler wie drei verschiedene Wesen aussehen, Formen, aber in Wirklichkeit sind sie eins. Sivananda bekam also alles, was er brauchte, durch die Einweihung durch seinen Guru, der ihm den Namen Swami Sivananda Saraswati gab. Und da fand dann eine komplette Transformation in dem Dr. Kuppuswami statt.

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Swami Sivananda Segen für die ganze Menschheit

Kuppuswami wurde dann am 1. Juni 1924 zu Swami Sivananda, was ein Segen für die ganze Menschheit war. Der Guru und der Schüler trafen sich nur für diese paar Minuten oder vielleicht ein paar Stunden. Und Sivananda sagte: „Der Guru hat mir alles, was ich brauchte, in diesen paar Stunden gegeben.“ Danach haben sie sich nie mehr wieder gesehen und es gab auch keine Kommunikation zwischen ihnen. Und wie ich das auch in allen meinen Vorträgen sage, der Guru tritt in den Schüler ein durch diese Handlung der Einweihung. Der Ishwara, der Schöpfer des Universums, kommt zu dem Schüler als Guru als Mitgefühl heraus. Der Guru ist also Brahma, Vishnu, Shiva und es sieht so aus, als ob er eine menschliche Form hätte, aber er ist kein menschliches Wesen. Er ist eine Gottheit, Göttlichkeit, die auf dieser Erde wandert in menschlicher Form. Und dann habe ich auch immer ein Beispiel gegeben, wie man das dann verstehen kann. Als ich letzten Monat in Bayern war, da war dort starker Schneefall. Jeden Abend nach dem Abendessen mache ich einen Spaziergang, jeder weiß das. Und ich ging dann mit der Familie, bei der ich wohnte, dann auf diesen Spaziergang, es war schon Abend. Und wir gingen so eine Straße entlang, da waren auf beiden Seiten Häuser mit großen Gärten. Und plötzlich, in der Mitte eines Gartens, sah ich einen Mann. Und dann fragte ich meinen Freund: „Warum steht dieser Mann dort in der Dunkelheit?“ Und dann haben sie sich angeschaut und fingen an zu lächeln. Und dann fragte ich: „Was ist los? Warum lächelt ihr?“ Und dann haben sie gesagt: „Swamiji, schau bitte genau hin! Das ist kein Mann, das ist ein Schneemann.“ Und das war dann, er sah genau aus wie ein Mann, aber es war kein Mann, der war nur aus Eis gemacht. So ist es auch mit dem Guru.

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Die Guru-Schüler-Beziehung ist ein großes mystisches Geheimnis

Sivananda sagt, wenn der Schüler bereit ist, kommt der Guru. Ein Mann hat ein Buch geschrieben, das heißt „Gurujagd“. Swami Krishnananda hat dann gesagt, als er das Buch gesehen hat: „Guck, Gott ist jetzt ein Tier geworden. Die Leute jagen danach.“ Und manchmal sagen mir die Leute: „Swamiji, ich suche einen guten Guru, aber ich finde keinen guten Guru.“ Und Swami Sivananda und sein Schüler Swami Krishnananda haben uns gesagt, die Gurus suchen auch geeignete Schüler, aber sie finden auch keine. Die Gurus warten darauf, dass ernsthafte Schüler zu ihnen kommen, sodass sie ihr Wissen weitergeben können und ihre Lehren. Aber man würde keine guten Schüler bekommen, die dann bei ihnen bleiben und ihre Anweisungen befolgen und dann auch das Wissen von ihnen erhalten. Egal, wenn wir bereit sind, dann wird Gott als Guru für uns kommen. Das war also auch die Überzeugung von Swami Sivananda, wenn der Schüler bereit ist, kommt der Guru. Und so ist es ihm dann auch passiert, er hat dann diesen Swami angesprochen und der hat dann zu ihm gesagt: „Mein lieber Junge, ich habe auf dich gewartet.“ Und dieser Swami hat dann Kuppuswami direkt mitgenommen zur Ganga, die da ganz in der Nähe war, und hat ihn dann eingeweiht und ihm den Namen Swami Sivananda Saraswati gegeben. Und oft fragen mich die Leute auch: „Swamiji, wie hast du deinen Guru getroffen?“ Normalerweise rede ich da eigentlich nicht darüber, ich gebe immer mal so ein paar Informationen, aber nicht die ganze Information. Und heute Nachmittag, als ich mit Suguna gesprochen habe und gefragt habe, „worüber soll ich denn heute Abend reden“, dann hat sie gesagt, „Swamiji, rede bitte über Swami Sivananda, aber erzähle uns auch von deinen eigenen Erfahrungen“. Und wie ich schon vorhin gesagt habe, diese Meister arbeiten nicht direkt, sie arbeiten immer durch jemand anderes. Und als Suguna dann zu mir gesagt hat, dass ich auch über meine eigenen Erfahrungen mit Swami Sivananda reden sollte, dann habe ich sofort gespürt, dass er es ist, der durch sie zu mir spricht. Also, darüber werde ich dann später mal reden, jetzt machen wir erstmal so weiter. Später heißt nicht unbedingt heute, das kann auch morgen früh sein. Es kommt darauf an, wie weit ich jetzt noch fortschreiten kann.

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Gottesruf und Swami Sivananda haben sich auf den Weg gemacht

Und da hat dann Sivananda den Hinweis erhalten, „der Herr sprach, komm zu mir“ und dann sagte er, „ok, ich gehe zu ihm“. Er hat sofort seinen Beruf als Doktor aufgegeben in Malaysia und kam zurück nach Indien. Und er hat sich ganz leise aus dem Haus davongeschlichen, ohne dass es jemand mitbekommen hätte, ging dann direkt nach Benares, nach Kashi. In diesen Tagen hatten die Leute aus Südindien keine Ahnung, wo Benares liegt, die wussten nur, es ist irgendwo im Norden von Indien. Und Dr. Kuppuswami hat auch gedacht, dass Benares in den Himalajas wäre, also ein schöner Platz für Meditation sein müsste. Und als er dann dort hin kam, dann hat er herausgefunden, dass das ein großes Pilgerzentrum war, voll mit Massen an Leuten. Und er sagte dann: „Nein, das ist nicht der Platz, den ich haben will.“ Und er hat dann von einem anderen sehr heiligen Platz gehört, der Nashik hieß, wo Rama gelebt hat. Er ging dann dort hin und das war auch ein überfüllter Ort. Von dort ging er dann zu einem anderen heiligen Ort in Maharashtra Pandapur. Und er hatte ja kein Geld, um zu reisen und deshalb hat er eine Stelle als Diener angenommen bei einem Postmeister. Er hat sich um seine Kühe gekümmert. Er hat nicht mitgeteilt, was er vorher gewesen ist, sondern er hat nur gesagt, er braucht Arbeit und Geld, und der Postmeister hat gesagt, „gut, du kannst dann hier als Diener in meinem Haus arbeiten“.  Aber nach ein paar Tagen hat der Postmeister dann herausgefunden, dass das schon ein großer Doktor in Malaysia gewesen war und jetzt diese niedere Arbeit gemacht hat. Und der Postmeister hat Kuppuswami dann gefragt: „Warum machst du das alles? Was willst du eigentlich?“ Und er sagte dann: „Ich suche einen Ort, wo ich stille Meditation machen kann.“ Und er hat ihm dann eine Zugfahrkarte für Rishikesh gekauft und hat gesagt: „Das ist der richtige Platz für dich, am Fuße des Himalayas, am Ufer des Ganges, da leben viele heilige Mahatmas. Geh dort hin!“ Am 1. Juni 1924 kam Dr. Kuppuswami in Rishikesh an. Vielleicht war es auch der 31. Mai, weil er bekam seine Einweihung am 1. Juni dann, am nächsten Tag. In diesen Tagen war Rishikesh nicht so wie heute, es gab keine Läden, sondern nur Kolonien von Sadhus, die in Ashrams gelebt haben. Und er hat dann am Tag seiner Ankunft in einem Dharamsala übernachtet, also so eine öffentliche Unterkunft, wo jeder übernachten kann, ein kostenloses Gasthaus. Reiche Leute bauen diese Dharamsalas, weil wenn dort Leute hingehen und dort meditieren, dann haben die, die das gebaut haben, auch einen Nutzen davon, ein Teil geht dann an sie. Dr. Kuppuswami kam dann abends dort an und hat sich erstmal ausgeruht. Und morgens, als er aufgewacht ist, hat er dann viele andere Sadhus gesehen, die dort auf einer offenen Veranda schliefen. Und einige Sadhus saßen dort in tiefer Meditation. Und als er einen von ihnen sah, hatte er ein intuitives Gefühl und sagte sich: „Oh, das ist ein großer Mahatma, das ist mein Guru.“ Oft fragen mich die Leute: „Wie trifft man seinen Guru?“ Und ich mache dann einen Witz mit ihnen und frage sie: „Wie triffst du deinen Freund oder deine Freundin?“ Gibt es einen besonderen Weg, wie man seine Freundin, seinen Freund kennen lernen kann? Und ein Junge sieht so viele Mädchen und ein Mädchen so viele Jungen, aber plötzlich sieht man jemanden und dann funkt es.

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