Inspiration des Tages vom 22.01.2019

WORTE DER WEISEN –  22. Dunkelheit der Ignoranz

15. Hommage an Gandhi:

TEIL 4

Gandhi ertrug geduldig alle mögliche Mühsal. Übt ihr euch genauso in Geduld? Geduld ist eine weitere grundlegende Tugend und eine Voraussetzung für spirituellen und auch materiellen Erfolg im Leben. Allein die Fähigkeit zur Verzeihung und zur Geduld wird augenblicklich einen Heiligen aus euch machen.

Gandhi hegte nicht den leisesten Groll gegen diejenigen, die ihm großes Leid zugefügt hatten. Seine Vergebung glich tatsächlich jener, die Christus übte. Seine Vergebung glich der Vishnus.

Vielleicht kennt ihr die Geschichte von Bhrigu und Vishnu. Der Weise Bhrigu wollte herausfinden, wer in dem göttlichen Dreigespann von Vishnu, Shiva und Brahma die größte Geduld hatte. Er ging zu Brahma und beschimpfte ihn. Brahma geriet sofort in Zorn. Darauf ging der Weise Bhrigu zu Shiva und beleidigte ihn. Shiva zückte seinen Dreispitz, um den Weisen zu töten. Darauf ging er zu Vishnu, der an eine große Schlange gelehnt saß. Er misshandelte Vishnu und trat ihm gegen die Brust.

Vishnu stand sofort auf und begann, die Füße des Weisen zu waschen, indem er sagte: ‚O Maharishi! Habe ich deinen heiligen Füßen weh getan?’
Seid ihr fähig, die Füße desjenigen zu waschen, der euch eben getreten hat und zu fragen: ‚Habe ich dir weh getan?’

Gandhi konnte dies. Und deshalb wurde er einer der größten Heiligen auf der Erde. Er war streng und unnachgiebig gegen sich selbst, aber seine Nachsicht für die Fehler und Schwächen seiner Mitmenschen hatte keine Grenzen.

Wie viele unter euch besitzen diese mächtige Tugend? Jeder unter euch würde sich nur zu gern seine eigenen Fehler vergeben, mehr noch, ihr gesteht eure eigenen Fehler noch nicht einmal ein. Und wenn euch jemand anderes darauf aufmerksam macht, seid ihr böse, anstatt ihm zu danken. Ihr seid allzeit bereit, anderen alle möglichen schlechten Eigenschaften zu unterstellen. Selbst an Heiligen und an Gott findet ihr noch Fehler. Gandhi war genau das Gegenteil. Darum wird er heute verehrt.

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