WORTE DER WEISEN – 24. Weg des verehrenden Dienens
12. Die Sinne besiegen:
Teil 3
Eine Welt der Gegensätze: Als der Meister morgens im Büro seinen Platz einnahm, machte er die folgenden Bemerkungen:
„Heute morgen habe ich über das Problem des Friedens und des Bösen in der Welt nachgedacht. Es beschäftigt die Gedanken der Völker und deren Führer in der ganzen Welt. Ist es möglich, ohne Krieg in dieser Welt der Erscheinungsformen zu leben? Ist es möglich, in dieser Welt der Gegensätze glücklich zu sein?
Die Religion ist angeblich der trennende Faktor, der Kriege verursacht. Mit den Unterschieden im religiösen Glauben und in der Art und Weise, wie man sich Gott nähert, werden die aktuellen chaotischen Bedingungen erklärt, die in der Welt herrschen. Aber nehmen wir einmal an, es gelingt uns, eine einzige Religion für die gesamte Menschheit durchzusetzen. Wird es dann keine Kriege mehr geben? Doch, denn innerhalb dieser einzigen Religion, innerhalb dieser weltweiten Bruderschaft würden sich verschiedene geistige Strömungen und soziale Schichten herausbilden.
Der Hinduismus ist in seinen Grundzügen eine solche Weltreligion, eine universale Religion.
Aber macht euch bewusst, wie viele geistige Strömungen und Gemeinden entstanden sind. Die Brahmanen verachten die Nicht-Brahmanen und die Vaishnaviten (Anhänger Vishnus, des erhaltenden Prinzips) essen nicht mit Shaiviten (Anhänger Shivas, des transformatorischen Prinzips). Selbst wenn es eine universelle Religion gäbe, würden die unbekleideten Asketen diejenigen verachten, die Gott in einem Mantel verehren; Vegetarier würden Nicht-Vegetarier verachten.
Unterschiede werden nur von unserem Geist geschaffen. Solange der Geist den Menschen beherrscht, solange Egoismus die Antriebskraft menschlichen Tuns ist, solange wird es unterschiedliche Meinungen geben, unterschiedliche Standpunkte und daher auch unterschiedliche Vorstellungen von Gott und unterschiedliche Wege zu ihm.