Gottesruf und Swami Sivananda haben sich auf den Weg gemacht

Und da hat dann Sivananda den Hinweis erhalten, „der Herr sprach, komm zu mir“ und dann sagte er, „ok, ich gehe zu ihm“. Er hat sofort seinen Beruf als Doktor aufgegeben in Malaysia und kam zurück nach Indien. Und er hat sich ganz leise aus dem Haus davongeschlichen, ohne dass es jemand mitbekommen hätte, ging dann direkt nach Benares, nach Kashi. In diesen Tagen hatten die Leute aus Südindien keine Ahnung, wo Benares liegt, die wussten nur, es ist irgendwo im Norden von Indien. Und Dr. Kuppuswami hat auch gedacht, dass Benares in den Himalajas wäre, also ein schöner Platz für Meditation sein müsste. Und als er dann dort hin kam, dann hat er herausgefunden, dass das ein großes Pilgerzentrum war, voll mit Massen an Leuten. Und er sagte dann: „Nein, das ist nicht der Platz, den ich haben will.“ Und er hat dann von einem anderen sehr heiligen Platz gehört, der Nashik hieß, wo Rama gelebt hat. Er ging dann dort hin und das war auch ein überfüllter Ort. Von dort ging er dann zu einem anderen heiligen Ort in Maharashtra Pandapur. Und er hatte ja kein Geld, um zu reisen und deshalb hat er eine Stelle als Diener angenommen bei einem Postmeister. Er hat sich um seine Kühe gekümmert. Er hat nicht mitgeteilt, was er vorher gewesen ist, sondern er hat nur gesagt, er braucht Arbeit und Geld, und der Postmeister hat gesagt, „gut, du kannst dann hier als Diener in meinem Haus arbeiten“.  Aber nach ein paar Tagen hat der Postmeister dann herausgefunden, dass das schon ein großer Doktor in Malaysia gewesen war und jetzt diese niedere Arbeit gemacht hat. Und der Postmeister hat Kuppuswami dann gefragt: „Warum machst du das alles? Was willst du eigentlich?“ Und er sagte dann: „Ich suche einen Ort, wo ich stille Meditation machen kann.“ Und er hat ihm dann eine Zugfahrkarte für Rishikesh gekauft und hat gesagt: „Das ist der richtige Platz für dich, am Fuße des Himalayas, am Ufer des Ganges, da leben viele heilige Mahatmas. Geh dort hin!“ Am 1. Juni 1924 kam Dr. Kuppuswami in Rishikesh an. Vielleicht war es auch der 31. Mai, weil er bekam seine Einweihung am 1. Juni dann, am nächsten Tag. In diesen Tagen war Rishikesh nicht so wie heute, es gab keine Läden, sondern nur Kolonien von Sadhus, die in Ashrams gelebt haben. Und er hat dann am Tag seiner Ankunft in einem Dharamsala übernachtet, also so eine öffentliche Unterkunft, wo jeder übernachten kann, ein kostenloses Gasthaus. Reiche Leute bauen diese Dharamsalas, weil wenn dort Leute hingehen und dort meditieren, dann haben die, die das gebaut haben, auch einen Nutzen davon, ein Teil geht dann an sie. Dr. Kuppuswami kam dann abends dort an und hat sich erstmal ausgeruht. Und morgens, als er aufgewacht ist, hat er dann viele andere Sadhus gesehen, die dort auf einer offenen Veranda schliefen. Und einige Sadhus saßen dort in tiefer Meditation. Und als er einen von ihnen sah, hatte er ein intuitives Gefühl und sagte sich: „Oh, das ist ein großer Mahatma, das ist mein Guru.“ Oft fragen mich die Leute: „Wie trifft man seinen Guru?“ Und ich mache dann einen Witz mit ihnen und frage sie: „Wie triffst du deinen Freund oder deine Freundin?“ Gibt es einen besonderen Weg, wie man seine Freundin, seinen Freund kennen lernen kann? Und ein Junge sieht so viele Mädchen und ein Mädchen so viele Jungen, aber plötzlich sieht man jemanden und dann funkt es.

– Fortsetzung folgt –

Unbearbeitete Niederschrift eines  Satsang-Vortrags mit Sukadev Bretz.  nach Meditation und Mantra-Singen bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Weiterführende Links:

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