Gnade Gottes kann in Form von Visionen kommen

Swami Sivananda schreibt in seiner Autobiographie, so kam die Gnade Gottes in Form dieser Vision und dieser Verwirklichung und nahm ihm vollständig jegliche Form von Kastendünkel weg. Und das ist auch etwas Wichtiges, später war Swami Sivananda ja in vielerlei Hinsicht revolutionär in seinen Methoden. Unter anderem gehörte dazu, dass es in seinem Ashram keine Kastentrennungen gibt. Es gibt andere Ashrams, wie z.B. bei Ramana Maharshi oder Anandamayi Ma, da sind bis heute Kastengrenzen. Die Westler dürfen dort nicht essen mit den anderen, mindestens bei den Anandamayi Ma Ashrams, und auch bei Ramana Maharishi wird das irgendwo noch hintenrum gehalten, wurde mir berichtet. Du schüttelst den Kopf, vielleicht stimmt das nicht. Du warst oft dort? Also, dort ist es nicht der Fall. Vielleicht haben sie dort in den letzten Jahren oder letzten zwanzig Jahren… Das ist nämlich manchmal das Problem, wenn die Meister zu schnell die Verwirklichung erreichen und sich nicht mehr um die Administration selbst kümmern, dann lassen die das ihre Schüler machen, und die Schüler verehren zwar zum einen den Höchsten, halten dann aber manchmal an Gepflogenheiten fest. Und das war jetzt bei Swami Sivananda ein bisschen anders. Er war letztlich nicht nur später der Guru und der spirituelle Lehrer, sondern er kümmerte sich auch darum, dass die… Letztlich kann man sagen, er war auch der Leiter des Ashrams, der Manager des Ashrams und kümmerte sich darum, dass spirituelle Prinzipien in allem umgesetzt werden und dass Menschen verstehen, dass die Buchhaltung zu führen und Latrinen zu reinigen genauso spirituell ist, wie auf dem Kopf zu stehen oder jetzt ein Buch zu kopieren oder zu setzen. Also, diese Vision war etwas Wichtiges und danach überlegte er auch und sagte, er will nicht in den Verwaltungsdienst einer Kolonialmacht gehen oder eines Vasallen der Kolonialmacht, das macht keinen Sinn. Aber er wusste, es gab dort auch etwas Gutes, nämlich Medizin. Und so studierte er Medizin. Das war in einer englischen medizinischen Hochschule in Tamil Nadu. Das ist auch irgendwo bekannt, wo das war, aber es war in Indien selbst. Charakteristisch, auch hier kann man sagen, er wollte aber nicht nur die Schulmedizin studieren, Aber er studierte Schulmedizin, aber auch Naturheilkunde, Ayurveda und Hatha Yoga. Naturheilkunde relativ breit. Die Engländer haben ja auch die englische Naturheilkunde mit nach Indien gebracht. Es gibt da so einen lustigen Ausdruck, wie Swami Sivananda schreibt: „Manche Menschen sagen, an apple a day keeps the doctor away.“ Also, „ein Apfel am Tag hält den Doktor fern“. Das findet ihr in der „Göttlichen Erkenntnis“. Und dann sagte er: „Das ist kostspielig.“ In Indien, Anfang des 20. Jahrhunderts, die Engländer haben dann Äpfel importiert aus England, weil sie da fest daran geglaubt haben, wenn man am Tag einen Apfel isst, dann wird man gesund bleiben. Und dann haben das manche Inder, reiche Inder, haben das dann auch übernommen und dann auch dieses außergewöhnliche Heilmittel importiert, dass man einen Apfel am Tag essen muss, um gesund zu bleiben. Auf diese Art gab es auch andere der westlichen Naturheilkunde, speziell der englischen Naturheilkunde, die adoptiert wurde. Aber Kalari ist auch ein Heilsystem, Ayurveda ist ein Heilsystem, Siddhantha ist auch so ein Heilsystem aus Südindien.

– Fortsetzung folgt –

Unbearbeitete Niederschrift eines  Satsang-Vortrags mit Sukadev Bretz.  nach Meditation und Mantra-Singen bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Weiterführende Links:

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