Der Schleier der Kastenunterschiede wurde gelüftet

In einem anderen Gespräch hat er es mal so beschrieben: Er hat darüber nachgedacht und plötzlich hatte er eine Vision. Und er hatte so eine Vision, dass das Licht aus der Murti im Altarraum praktisch in das Herz dieses Unberührbaren hineingegangen ist und dass jetzt praktisch Gott als Lichterfahrung durch diesen Unberührbaren zu ihm sprechen würde. Und jetzt gibt es einen Vers in einer indischen Schrift: „Der Mensch, in dem du Gott siehst, der ist dein Guru.“

„Ich ging sofort mit Blumen, Süßigkeiten und Kleidern zu ihm, bekränzte ihn, legte ihm die Blumen zu Füßen und warf mich vor ihm nieder. So kam Gott in mein Leben, um den Schleier der Kastenunterschiede zu lüften.“

Und es spricht für seine Eltern, dass sie das dann auch akzeptiert haben, denn das steht ja in einer Schrift drin. Da steht: „Der Mensch, in dem du Gott siehst, der ist dein Guru.“ Und das hebt dann die anderen Regeln auf. Und so lernte Swami Sivananda von diesem Lehrer und parallel dann auch noch von Hatha-Yoga-Lehrern. Das war eben die Phase, wo er an jeder Form von körperlicher Ertüchtigung interessiert war und da wollte er eben nicht nur die englischen Sachen, sondern eben auch die, was in Indien war. Wir heute können uns vieles kaum vorstellen, was damals etwas ganz Außergewöhnliches war. Und die große Konsequenz, mit der Swami Sivananda künftig über alle Kastengrenzen, Religionsgrenzen, Volksgrenzen dort hinausgegangen war, mit einer solchen Selbstverständlichkeit, das ist letztlich erklärbar durch diese Gotteserfahrung, die er dort hatte. Glücklicherweise brauchen wir heute keine Gotteserfahrung mehr dafür, aber es brauchte, dass Menschen solche Erfahrungen hatten, um dort hinzukommen.

„Wie äußerst wertvoll dieser Schritt war, konnte ich wenig später feststellen, denn ich war dabei, den medizinischen Beruf zu ergreifen und allen zu dienen. Kastenunterschiede hätten diesen Dienst zur Farce gemacht.“

Seine Eltern wollen ja auch nicht, dass er Arzt wird. Sie wollten, dass er in den Dienst eines Maharajas tritt. So wie sein Vater auch irgendwo niederer Verwaltungsbeamter war, so sollte es sein Sohn auch werden, aber Swami Sivananda wollte nicht jemandem, der letztlich im Dienst der englischen Kolonialmacht war, dienen, sondern er wollte das Beste verbinden, was die englische Kultur anzubieten hatte und er dachte, das war die Medizin – oder mindestens das Beste, wo er Zugang zu hatte – plus das verbinden mit indischer Naturheilkunde, wie Ayurveda, Hatha Yoga.

– Fortsetzung folgt –

Unbearbeitete Niederschrift eines  Satsang-Vortrags mit Sukadev Bretz.  nach Meditation und Mantra-Singen bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Weiterführende Links:

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